Gesellschaft der Freunde der Klosterruine Sankt Wigbert Göllingen e. V.
Ein wahres Kunstwerk
Die Kapitelle im und am Göllinger Klosterturm sind faszinierende und äußerst wertvolle Kunstwerke aus dem 12. Jahrhundert. Sie sind rund 850 Jahre alt und haben sich durch glückliche Umstände mehr oder weniger gut erhalten. Das schönste und am besten erhaltene Kapitell befindet sich an der südwestlichen Mittelsäule der Krypta. An diesem Kapitell sind die Oberflächen der vier Seiten mit sich überlagernden Halbkreisen geschmückt, die mit an pflanzlichen Formen erinnernde Ornamenten, sogenannten Palmetten, gefüllt sind. Diese Kombination aus klar gegliederter Form und Palmettenverzierung ist typisch für die Mitte des 12. Jahrhunderts. Hier überlagern sich zwei Einflüsse aus unterschiedlichen Traditionen: die bewusst schlichte Grundform des Kapitells der benediktinischen Reformklöster ab Ende des 11. Jahrhunderts mit der ab etwa 1150 aufkommenden Schmuckfreude, die sich an italienischen und französischen Vorbildern orientiert.