Der neue „Besucherpavillon“ auf dem Klostergelände in Göllingen direkt vor dem Klosterturm ist zwar praktisch und modern gestaltet, passt aber nicht unbedingt zum historischen Umfeld mit dem hochkarätigen Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert. Wie es anders geht, zeigt ein Beispiel aus dem Weserbergland. Auch in Lippoldsberg wurde das Klostergelände nach der Auflösung des Klosters landwirtschaftlich genutzt. Die Klostergebäude wurden abgerissen oder der neuen Nutzung angepasst. Die sehr sehenswerte Klosterkirche blieb zum Glück komplett erhalten. Für Besucher dieses romanischen Kleinods wurde vor einigen Jahren ein Klosterladen mit Toiletten in einem der ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude eingerichtet. Das Gebäude wurde behutsam restauriert. Dabei wurden Teile des alten Kreuzgangs freigelegt und gekonnt mit modernen Bauelementen kombiniert. Der Klosterladen wird von Ehrenamtlichen aus dem Ort betreut. Die Kirche kann kostenlos besichtigt werden.
Denkmalschutz
Seit Frühjahr 2026 hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten vor dem Klosterturm in Göllingen dauerhaft zwei Fahnen mit ihrem Schriftzug und Logo gehisst. Sie sollen wohl den neuen Besucherbereich gestalterisch aufwerten. Sieht ja ganz nett aus, könnte man denken.
Das Thema Umgebungsschutz für wertvolle Baudenkmäler war bereits in der DDR ein wichtiges Thema der staatlichen Denkmalpflege. Am Göllinger Klosterturm wurden in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts aufwändige Studien betrieben, um die Situation rund um den Turm so zu verbessern, dass dessen Wirkung nicht beeinträchtigt wird. Auf der Grundlage dieser Studien wurden Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Was damals mit Unterstützung der IG Denkmalpflege positiv erreicht worden war, Entfernung des Pförtnerhäuschen, Reduzierung der Mauerhöhe und Entfernung störender Laternenmasten, wurde nun mit dem Bau des "Empfangspavillons" einschließlich Fahnenstangen wieder zunichte gemacht.