Gesellschaft der Freunde der Klosterruine Sankt Wigbert Göllingen e. V.

Unter den staufischen Kaisern hat die Architektur im Gebiet des heutigen Deutschlands, damals regnum teutonicum genannt, eine rasante Entwicklung genommen. Barbarossa und die ihn auf seinen Feldzügen begleitenden deutsche Fürsten, Bischöfe und Äbte großer Klöster kamen in Nord-Italien und in Burgund im heutigen Südostfrankreich mit einer hoch entwickelten Baukunst in Kontakt, die sie in ihrer Heimat nicht kannten. Weitere Anregungen kamen über die Pilgerwege nach Santiago de Compostela aus Spanien und Frankreich nach Deutschland. Dadurch entwickelte sich bei den Mächtigen dieser Zeit der Wunsch, in Deutschland zumindest ansatzweise ähnlich prächtige Kirche und Paläste zu bauen. Dafür wurden Bauleute in die deutschen Lande gebracht oder deutsche Bauleute ließen sich in der Fremde mit den dort üblichen Techniken und Formen vertraut machen. Dabei entstand eine Architektur, die die künstlerischen Einflüsse aus den anderen Ländern aufgenommen hat.  Typische Merkmale der Architektur in der Stauferzeit sind achteckige Türme, gegliederte Fassaden und unterteilte Bogenfenster. Das kann am Göllinger Klosterturm mustergültig bewundert werden. Immer wieder sagen Besucher, der Turm sieht ja aus, wie in Frankreich oder Italien. Weitere bedeutende Bauwerke der staufischen Architektur in Deutschland sind die Kaiserpfalz Gelnhausen, die Wartburg, die Kirche Sankt Andreas in Köln, die Doppelkapelle in Schwarzrheindorf oder das Bonner Münster. Diese Bauten werden in der weit verbreiteten Unterteilung der Baustile der Spätromanik und der Frühgotik zugeordnet. Burgen der Stauferzeit zeigen oft die typischen Buckelquader, wie z. B. am Bergfried der Kyffhäuserburg („Barbarossaturm“). 

Viele Bauten dieser Epoche sind leider ganz oder teilweise abgerissen oder vollständig verändert worden. Ein original erhaltenes komplettes Bauwerk aus dieser Epoche wie der Göllinger Klosterturm ist selten und ein wertvolles Dokument der mittelalterlichen Geschichte Deutschlands.

Orte, die mit den staufischen Kaisern in besonderer Verbindung stehen werden seit einiger Jahren mit den sogenannten Stauferstelen markiert. Diese achteckigen Steinsäulen tragen Informationen zu dem jeweiligen Ort in der Zeit der Staufer.

Auch in Italien haben die Staufer architektonische Spuren hinterlasse. Dort steht auch das bekannteste staufische Bauwerk Castel del Monte, das Friedrich II. im 13. Jahrhundert in Apulien bauen lassen hat. Eine Burg, die nur aus Achtecken besteht.

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