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Die Staufer

Wer waren eigentlich die Staufer?

Der Klosterturm in Göllingen ist in einer Zeit entstanden, die auch als Zeit der Staufer bezeichnet wird. Diese Bezeichnung kommt daher, dass im 12. und 13. Jahrhundert über 130 Jahre die deutschen Könige und Kaiser zur Adelsfamilie der Staufer gehörten. Der Name der Staufer geht auf die Burg Hohenstaufen in Schwaben zurück. Die berühmtesten Staufer waren Friedrich I., besser bekannt unter dem Namen Barbarossa, und sein Enkel Friedrich II., die beide jeweils lange und überwiegend erfolgreich geherrscht haben. Der Göllinger Klosterturm ist in der Zeit der Herrschaft von Friedrich Barbarossa (1152-1190) gebaut worden.

  • Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich. Miniatur aus der Welfenchronik (Kloster Weingarten, 1179-1191). Heute Landesbibliothek Fulda.

    Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Friedrich-barbarossa-und-soehne-welfenchronik_1-1000x1540.jpg

    Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich
    Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich

    Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen König Heinrich und Herzog Friedrich. Miniatur aus der Welfenchronik (Kloster Weingarten, 1179-1191). Heute Landesbibliothek Fulda.

    Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Friedrich-barbarossa-und-soehne-welfenchronik_1-1000x1540.jpg

  • Friedrich II. mit seinem Falken; Aus seinem Buch De arte venandi cum avibus (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen), sog. Manfred-Handschrift (Biblioteca Vaticana, Pal. lat 1071, fol. 1v), spätes 13. Jahrhundert.

    Quelle: http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost13/FridericusII/fri_arsp.html

    Friedrich II. mit seinen Falken
    Friedrich II. mit seinen Falken

    Friedrich II. mit seinem Falken; Aus seinem Buch De arte venandi cum avibus (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen), sog. Manfred-Handschrift (Biblioteca Vaticana, Pal. lat 1071, fol. 1v), spätes 13. Jahrhundert.

    Quelle: http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost13/FridericusII/fri_arsp.html

    Was ist staufische Architektur?

    • Castel del Monte in Apulien, ca. 1240

      Von ParisTaras - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123165088

      Castel del Monte in Apulien
      Castel del Monte in Apulien

      Castel del Monte in Apulien, ca. 1240

      Von ParisTaras - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123165088

    • St. Andreas in Köln. Blick vom Südturm des Kölner Domes, ab 1190

      Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3448370

      St. Andreas in Köln. Blick vom Südturm des Kölner Domes
      St. Andreas in Köln. Blick vom Südturm des Kölner Domes

      St. Andreas in Köln. Blick vom Südturm des Kölner Domes, ab 1190

      Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3448370

    • Fensterarkaden der Kaiserpfalz in Gelnhausen, um 1180

      Von Z thomas - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=122734731

      Fensterarkaden der Kaiserpfalz in Gelnhausen
      Fensterarkaden der Kaiserpfalz in Gelnhausen

      Fensterarkaden der Kaiserpfalz in Gelnhausen, um 1180

      Von Z thomas - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=122734731

    • Fensterarkaden der Wartburg mit kunstvollen Kapitellen, ab 1158

      Fensterarkaden der Wartburg
      Fensterarkaden der Wartburg

      Fensterarkaden der Wartburg mit kunstvollen Kapitellen, ab 1158

    • Castel del Monte in Apulien
    • St. Andreas in Köln. Blick vom Südturm des Kölner Domes
    • Fensterarkaden der Kaiserpfalz in Gelnhausen
    • Fensterarkaden der Wartburg

      Unter den staufischen Kaisern hat die Architektur im Gebiet des heutigen Deutschlands, damals regnum teutonicum genannt, eine rasante Entwicklung genommen. Barbarossa und die ihn auf seinen Feldzügen begleitenden deutsche Fürsten, Bischöfe und Äbte großer Klöster kamen in Nord-Italien und in Burgund im heutigen Südostfrankreich mit einer hoch entwickelten Baukunst in Kontakt, die sie in ihrer Heimat nicht kannten. Weitere Anregungen kamen über die Pilgerwege nach Santiago de Compostela aus Spanien und Frankreich nach Deutschland. Dadurch entwickelte sich bei den Mächtigen dieser Zeit der Wunsch, in Deutschland zumindest ansatzweise ähnlich prächtige Kirche und Paläste zu bauen. Dafür wurden Bauleute in die deutschen Lande gebracht oder deutsche Bauleute ließen sich in der Fremde mit den dort üblichen Techniken und Formen vertraut machen. Dabei entstand eine Architektur, die die künstlerischen Einflüsse aus den anderen Ländern aufgenommen hat.  Typische Merkmale der Architektur in der Stauferzeit sind achteckige Türme, gegliederte Fassaden und unterteilte Bogenfenster. Das kann am Göllinger Klosterturm mustergültig bewundert werden. Immer wieder sagen Besucher, der Turm sieht ja aus, wie in Frankreich oder Italien. Weitere bedeutende Bauwerke der staufischen Architektur in Deutschland sind die Kaiserpfalz Gelnhausen, die Wartburg, die Kirche Sankt Andreas in Köln, die Doppelkapelle in Schwarzrheindorf oder das Bonner Münster. Diese Bauten werden in der weit verbreiteten Unterteilung der Baustile der Spätromanik und der Frühgotik zugeordnet. Burgen der Stauferzeit zeigen oft die typischen Buckelquader, wie z. B. am Bergfried der Kyffhäuserburg („Barbarossaturm“). 

      Viele Bauten dieser Epoche sind leider ganz oder teilweise abgerissen oder vollständig verändert worden. Ein original erhaltenes komplettes Bauwerk aus dieser Epoche wie der Göllinger Klosterturm ist selten und ein wertvolles Dokument der mittelalterlichen Geschichte Deutschlands.

      Orte, die mit den staufischen Kaisern in besonderer Verbindung stehen werden seit einiger Jahren mit den sogenannten Stauferstelen markiert. Diese achteckigen Steinsäulen tragen Informationen zu dem jeweiligen Ort in der Zeit der Staufer.

      Auch in Italien haben die Staufer architektonische Spuren hinterlasse. Dort steht auch das bekannteste staufische Bauwerk Castel del Monte, das Friedrich II. im 13. Jahrhundert in Apulien bauen lassen hat. Eine Burg, die nur aus Achtecken besteht.

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